Die Setzsaison der Rehkitze teilt sich in drei Zeiträume auf, in denen unterschiedliche Maßnahmen und -kombinationen erfolgversprechend sein können. In der ersten Phase (bis etwa Mitte Mai) befinden sich hauptsächlich junge, sich noch drückende Tiere in den Flächen. Dagegen kommen in der dritten Phase (ab etwa Mitte Juni) vor allem bereits flüchtende Tiere vor. Daher sind für die erste Phase eher Maßnahmen zum Aufspüren, Sichern und Bergen erfolgsversprechend und in der dritten Phase eher zum Vertreiben beim Mähen. Die zweite Phase (Ende Mai bis Anfang Juni) stellt sich für den Wildtierschutz als die schwierigste Phase dar, da in den Flächen Rehkitze mit beiden Verhaltensweisen vorkommen. Zielführend ist es, verschiedene Maßnahmen nicht nur vor dem Mähen anzuwenden, sondern auch eine Maßnahmenkaskade vorzuhalten, um bei einem Zwischenfall während des Mähens nachsteuern zu können.
Generell gilt jedoch, dass keine Maßnahme zu einhundert Prozent den Mähtod von Wildtieren vermeiden kann. Eine Bewertung bezüglich verschiedener Kriterien erfolgt in Abbildung 8. Wichtig ist, wenn trotz aller Maßnahmen ein Rehkitz vermäht wurde, dass im näheren Umkreis (Radius ca. 50–80 m) nach weiteren Rehkitzen gesucht wird, da Rehgeißen in der Regel Zwillinge setzten und das zweite Rehkitz sich häufig in der Nähe befindet.






