Auch bei bereits befallenem Holz kann das Rindenritzen eine sinnvolle bekämpfende Maßnahme sein, allerdings mit deutlich geringerer Wirksamkeit als bei der prophylaktischen Anwendung. Im Versuch führten wir das Rindenritzen durch, als sich die Borkenkäferbruten im mittleren bis fortgeschrittenen Larvenstadium befanden. Hier reduzierte sich die Zahl der schlüpfenden Käfer signifikant auf etwa 40 % im Vergleich zu unbehandelten Stämmen (3,7 statt 9,3 Käfer pro dm²).
Im Gegensatz zum Buchdrucker kam es bei ungefährlichen sekundären Borkenkäferarten wie dem Gelbbraunen Fichtenbastkäfer (Hylurgops palliatus) und dem Zottigen Fichtenborkenkäfer (Dryocoetes autographus) zu keiner Reduktion des Bruterfolges. Ersterer konnte die prophylaktisch geritzten Stämme sogar besser nutzen.
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