Seit 2011 misst TreeNet kontinuierlich die Stammradien an unterdessen über 70 Standorten und mehr als 600 Bäumen in der Schweiz. Eingesetzt werden sogenannte Punktdendrometer – Sensoren, die alle zehn Minuten mikrometergenaue Daten liefern.
Stammradiusänderungen bedeuten entweder zelluläres Wachstum (Zuwachs an Holz und Rinde) oder eine Stamm-Schrumpfung oder -Ausdehnung, die durch die unausgeglichene Wasserbilanz zwischen Wasserverlust (Transpiration in den Blättern) und Wasseraufnahme (in den Wurzeln) entsteht.
Aus diesen Daten lassen sich drei zentrale Kenngrössen zum Baumwachstum ableiten:
- Stammwachstum: Zuwachs durch Zellbildung
- Baumwasserdefizit (TWD): aktueller Wassermangel im elastischen Stammgewebe
- Maximale Stammschrumpfung (MDS): Indikator für das Wasserspeichervermögen eines Baumes
Der Radius von Stämmen schrumpft und dehnt sich unter dem Einfluss von Wasserstress in einem Bereich von 1–300 Mikrometer pro Tag. Diese Schwankungen werden vom Wachstum von Holz- und Rindenzellen überlagert, das durchschnittlich etwa 5–30 Mikrometer pro Stunde beträgt.
Gleichzeitig werden an diesen Standorten Boden- und Klimadaten erfasst, etwa Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit und Bodenwasserpotenzial, die mit den Werten zu den Veränderungen im Baum in Verbindung stehen. Alle Daten fliessen automatisiert in eine zentrale Datenbank von TreeNet, wo sie standardisiert ausgewertet werden.






