Mini-Kettensägen im Test: Kraftvolle Helfer mit Sicherheitsrisiken
Die Stiftung Warentest hat in ihrer Februar-Ausgabe 2026 einen umfassenden Test von 15 Mini-Kettensägen veröffentlicht – und die Ergebnisse sind durchaus überraschend. Diese kompakten, akkubetriebenen Gehölzschneider erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit bei Hobbygärtnern, doch nicht alle Modelle sind empfehlenswert. Vier Geräte fielen sogar komplett durch, zwei davon dürften in der EU überhaupt nicht verkauft werden.
Was können die kleinen Kraftpakete?

Die getesteten Mini-Kettensägen wiegen gerade einmal zwei Kilogramm und sind dennoch erstaunlich leistungsfähig. Im Test schafften sie es problemlos, einen 30 Zentimeter dicken Baum zu fällen. Die schnellsten Modelle von Ryobi und Skil durchschnitten zehn Zentimeter dickes Weichholz in nur vier Sekunden – eine beeindruckende Leistung für so kompakte Geräte.
Alle geprüften Gehölzschneider verfügen über genug Power, um auch größere Gärten komplett zu roden. Doch genau in dieser Kraft liegt auch die Gefahr: Bei falscher Bedienung kann man sich schwer verletzen.
Der Testsieger und seine Konkurrenten
Den ersten Platz holte sich die Stihl GTA 40 mit der Note „Gut“ (1,9). Allerdings hat Qualität hier ihren Preis: Mit 459 Euro inklusive Akku und Ladegerät ist sie das teuerste Gerät im Test. Wer nicht ganz so viel ausgeben möchte, findet mit der Skil Akku-Gartensäge 0512CA (246 Euro, Note 2,0) eine kaum schlechtere Alternative.
Als echte Preistipps empfehlen die Tester die Modelle von Einhell (184 Euro) und Al-Ko (208 Euro). Beide erhielten ebenfalls die Note „Gut“ (2,1) und haben keine gravierenden Schwächen. Ein kleiner Nachteil: Ihre Ketten werden nicht automatisch geschmiert, was etwas mehr Aufwand bei der Pflege bedeutet.
Sicherheitsmängel bei Billig-Produkten
Besonders kritisch bewertet die Stiftung Warentest die günstigen No-Name-Produkte für etwa 50 Euro. Die Mini-Kettensägen von Masko und Rinoxar erhielten beide die Note „Mangelhaft“ (5,0). Der Grund: In ihren Gebrauchsanleitungen fehlen Hinweise auf die gesetzlich vorgeschriebene Baumusterprüfbescheinigung. Diese Bescheinigung von Prüfstellen wie TÜV oder Dekra ist aber zwingend erforderlich, um solche Geräte in der Europäischen Union verkaufen zu dürfen.
Auch die Modelle von Litheli und Obi Lux Tools fielen mit „Mangelhaft“ (4,7) durch. Bei diesen Geräten bemängelten die Tester vor allem, dass keine sichere zweihändige Nutzung möglich ist, da es keine geeignete Grifffläche für die zweite Hand gibt.
Zweihändig oder einhändig – eine wichtige Frage
Die Stiftung Warentest ging bei diesem Test einen besonderen Weg: Alle Mini-Kettensägen wurden sowohl ein- als auch zweihändig geprüft – unabhängig davon, was in den Anleitungen steht. Der Grund: Aufgrund ihrer Bauart und des geringen Gewichts können diese Gehölzschneider theoretisch auch mit nur einer Hand bedient werden. Und genau das werden viele Nutzer vermutlich auch tun.
Die Tester empfehlen jedoch dringend die zweihändige Bedienung: Eine Hand umschließt den Griff, die andere liegt sichernd auf einer dafür vorgesehenen Fläche am Gehäuse. Wer mit einer Hand das Holz hält und mit der anderen sägt, riskiert abzurutschen und sich schwer zu verletzen.
Pflege ist das A und O
Ein wichtiger Aspekt, den viele Käufer unterschätzen: Mini-Kettensägen sind pflegeintensiv. Nach jeder Nutzung müssen Mechanik und Kette gereinigt werden. Die Kette muss regelmäßig geölt und später auch gewechselt werden.
Beim Ölen gibt es drei verschiedene Systeme:
- Manuell per Flasche: Am aufwendigsten
- Per Druckknopf am Gerät: Mittlerer Aufwand
- Automatisch über einen Tank: Am komfortabelsten
Am einfachsten ist die automatische Schmierung, bei der nur regelmäßig der kleine Tank aufgefüllt werden muss. Von den gut bewerteten Modellen bieten Makita, Skil und Stihl diese Funktion.
Wichtige Sicherheitshinweise
Die Stiftung Warentest gibt folgende Sicherheitstipps für den Umgang mit Mini-Kettensägen:
Schutzausrüstung: Tragen Sie schnittfeste Handschuhe, eine Schutzbrille, feste Schuhe und eng anliegende Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen. Weite Kleidung, Schals und lange Haare können sich in der Kette verfangen.
Arbeitsweise: Achten Sie auf festen Stand und führen Sie die Säge mit beiden Händen. Stellen Sie sich seitlich versetzt zur Schnittlinie – das schützt bei einem Rückschlag. Niemals über Kopf sägen und nicht mit der Spitze der Säge arbeiten.
Wartung: Nach dem Sägen immer den Akku entfernen, besonders beim Säubern der Kette. Kette und bewegliche Teile von Holzresten und Ölspuren befreien und anschließend den Kettenschutz aufsetzen.
Mein persönlicher Kommentar
Als jemand, der regelmäßig im Garten arbeitet, finde ich die Testergebnisse sehr aufschlussreich. Die enorme Leistung dieser kompakten Geräte ist beeindruckend, macht aber auch etwas nachdenklich. Dass vier von 15 getesteten Modellen durchfallen – zwei davon, weil sie gar nicht hätten verkauft werden dürfen – ist erschreckend.
Besonders problematisch finde ich, dass die Billig-Angebote im Internet oft ohne die nötigen Sicherheitsunterlagen verkauft werden. Hier ist beim Kauf wirklich Vorsicht geboten. Die Preisunterschiede zwischen Markengeräten und No-Name-Produkten sind zwar verlockend, aber bei einem Werkzeug, das so gefährlich sein kann, sollte man nicht am falschen Ende sparen.
Positiv überrascht hat mich, dass es mit Einhell und Al-Ko sehr solide Modelle für unter 210 Euro gibt. Wer auf automatische Kettenschmierung verzichten kann, bekommt hier ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Fazit: Qualität und Sicherheit haben ihren Preis
Der Test der Stiftung Warentest zeigt deutlich: Mini-Kettensägen sind kraftvolle Werkzeuge, die bei richtiger Handhabung sehr nützlich sein können. Wer sich ein solches Gerät zulegen möchte, sollte mindestens 180 bis 200 Euro investieren und auf Markenqualität setzen.
Von Billig-Produkten unter 50 Euro ist dringend abzuraten – hier fehlen oft wichtige Sicherheitszertifikate, und die Akkus sowie Ladegeräte überzeugen ebenfalls nicht. Gute Modelle gibt es bereits ab etwa 190 Euro (Einhell), wer mehr Komfort bei der Kettenschmierung wünscht, sollte zu Modellen ab 240 Euro greifen (Skil).
Wichtig ist in jedem Fall: Nehmen Sie sich Zeit, die Gebrauchsanleitung gründlich zu lesen, tragen Sie immer Schutzausrüstung und bedienen Sie das Gerät stets mit beiden Händen. Dann steht der sicheren Gartenarbeit nichts mehr im Wege.
Umwelttipp der Tester: Verwenden Sie Bio-Kettenöl – das schützt die Kette und schont gleichzeitig die Umwelt.
Quelle: Stiftung Warentest, Ausgabe 2/2026. Der Test umfasste 15 Mini-Kettensägen mit einer Schwertlänge von circa 15 Zentimetern, getestet wurden unter anderem Sägenleistung, Handhabung, Haltbarkeit, mechanische Sicherheit sowie Akku und Ladegerät.




