Erreger: Anthostoma decipiensNebenfruchtform: Cytospora decipiensDer Erreger Anthostoma decipiens ist schon seit über 100 Jahren als Totholzzersetzer bekannt und trat als Krankheitserreger im Zusammenhang mit dem Hainbuchensterben erstmals Mitte der 1980er Jahren in Norditalien auf (Cech, 2019; Muser & Burgdorf, 2022). Inzwischen konnte das Rindenpathogen mit lokalen Schwerpunkten auch im ganzen deutschsprachigen Raum nachgewiesen werden (Express-PRA,…

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Pilzerkrankungen bedrohen Hainbuchen im Wald

Erreger: Anthostoma decipiens
Nebenfruchtform: Cytospora decipiens

Der Erreger Anthostoma decipiens ist schon seit über 100 Jahren als Totholzzersetzer bekannt und trat als Krankheitserreger im Zusammenhang mit dem Hainbuchensterben erstmals Mitte der 1980er Jahren in Norditalien auf (Cech, 2019; Muser & Burgdorf, 2022). Inzwischen konnte das Rindenpathogen mit lokalen Schwerpunkten auch im ganzen deutschsprachigen Raum nachgewiesen werden (Express-PRA, 2019). Die Erkrankung wird in der Literatur auch unter den Begriffen “Hainbuchenrindensterben”, “Rindennekrosen-Krankheit” bzw. “Cryptospora-Krebs” beschrieben. Im Rahmen von Infektionsversuchen an Laubbaumarten mit taxonomischen oder ökologischen Bezügen zur Hainbuche (Hänge-Birke, Esskastanie, Haselnuss, Rotbuche, Hopfenbuche, Schwarz-Erle, Stieleiche) wurde festgestellt, dass A. decipiens an diesen getesteten Baumarten Rindenläsionen verursachen kann (Saracchi et al., 2015). Dies lässt den Schluss zu, dass dieser Pilz ein potenziell gefährliches Pathogen ist, welches auch Baumarten befallen kann, die sich mit der Hainbuche das gleiche Ökosystem teilen.

In der Hauptfruchtform tritt der Pilz in Form schwarzer Sporenlager an nekrotischen Rindenbereichen auf. Von diesem Entwicklungsstadium lehnt sich der deutsche Namen “Geschnäbelter Kugelpilz” ab. Die wesentlich auffälligere Nebenfruchtform (Cytospora decipiens) fällt bereits früh an Rindenläsionen mit roten bis rot-orangefarbenen Sporenmassen auf (Abb. 1). Im frischen Zustand sind diese klumpig-gallertartig bis pastös; später eingetrocknet, dann hart und glasig erscheinend.


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