Vom Brotbaum zum Fossil? Zur Situation der Kiefer in Brandenburg
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Die Zahlen der aktuellen Bundeswaldinventur (BWI) verdeutlichen das hohe Biomassepotenzial vorrangig der Kiefer, das in den Brandenburger Wäldern derzeit vorherrscht. Mit zunehmender Zeit werden sich jedoch zum einen die derzeit hochproduktiven Bestände dieser Baumart im Alter von 60-100 Jahren durch Nutzung und natürlich bedingte Abgänge verringern, zum anderen wachsen deutlich geringere Flächenanteile in die für…

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Vom Brotbaum zum Fossil? Zur Situation der Kiefer in Brandenburg

Die Zahlen der aktuellen Bundeswaldinventur (BWI) verdeutlichen das hohe Biomassepotenzial vorrangig der Kiefer, das in den Brandenburger Wäldern derzeit vorherrscht. Mit zunehmender Zeit werden sich jedoch zum einen die derzeit hochproduktiven Bestände dieser Baumart im Alter von 60-100 Jahren durch Nutzung und natürlich bedingte Abgänge verringern, zum anderen wachsen deutlich geringere Flächenanteile in die für die Holzproduktion relevanten Durchmesserstufen nach. Das Ende der großflächigen Kunstverjüngungen mit Kiefer in den 1990er Jahren hat dafür gesorgt, dass die Baumartenanteile in den jüngsten Altersklassen ausgeglichener sind. Als Folge der nach wie vor dominanten Präsenz von Samenbäumen, aber auch der Bevorzugung des Schalenwilds für Laubbaumknospen ist die Kiefer trotzdem nach wie vor die häufigste Baumart in der Verjüngung und wird auch in einem zukünftig stärker gemischten Wald eine wichtige Rolle für die Bereitstellung des nachwachsenden Rohstoffs Holz spielen.

Hinsichtlich der Vitalität und Störungsresilienz ist zu erwarten, dass für die Kiefer die Probleme nicht kleiner, sondern eher noch zunehmen werden. Höhere Temperaturen und steigende Verdunstung erhöhen zum Beispiel die Generationenzahl pro Jahr von holz- und rindenbrütenden Käfern und schwächen das Abwehrvermögen der angegriffenen Bäume. Dass die Schäden vor allem in Reinbeständen auftreten, verdeutlicht die Dringlichkeit des Waldumbaus zu gemischten, strukturreicheren Beständen.

Die trocken-warmen Vegetationsperioden der vergangenen Jahre und die von den regionalen Klimamodellen abgebildete Entwicklung bis zum Ende des Jahrhunderts legen nahe, dass es gerade auf heute schon benachteiligten Standorten zu weiteren Ausfällen und einem möglicherweise flächigen Rückzug der Kiefer kommen wird. Ob eine Art Übernahme des „Staffelstabs“ durch trockenstress-tolerantere Baumarten in den Problemgebieten in Brandenburg abläuft, ist zweifelhaft, denn eine Verjüngungsschicht aus anderen (Laubbaum-)Arten, die bei größeren Ausfällen der Kiefer quasi schon „in den Startlöchern“ stünde, ist bei weitem nicht überall vorhanden.

 


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