Das Wetter, welches in der Schweiz seit über 150 Jahren systematisch beobachtet wird, unterliegt grossen natürlichen Schwankungen. Allerdings gibt es Veränderungen, welche sich nur durch die steigenden Treibhausgasemissionen seit Beginn der Industrialisierung erklären lassen.
Neben einer Temperaturerhöhung wird die Schweiz in Zukunft gemäss Klimaszenarien unter anderem vermehrt von trockenen Sommern, mehr Hitzetagen sowie heftigen Niederschlägen betroffen sein.
Aufgrund von Beobachtungen und Untersuchungen der vergangenen Jahre ist davon auszugehen, dass Massenvermehrungen des Krummzähnigen Weisstannenborkenkäfers vor allem durch Trockenperioden begünstigt werden. Die Entwicklung der Käferpopulation im Zusammenhang mit Trockenperioden spiegelt sich u.a. auch in der Statistik von Waldschutz Schweiz (Abb. 4) wider. Dort zeigt sich, dass die heiss-trockenen Sommer 2003 und 2018 einen deutlichen Anstieg der Meldungen mit starkem oder sehr starkem Befall verursacht haben.
Modellierungen der Waldhöhenstufen unter Berücksichtigung von Klimaszenarien zeigen, dass sich ein Grossteil der Schweizer Weisstannenbestände bereits in weniger als 50 Jahren unter suboptimalen klimatischen Standortbedingungen befinden könnten.
Es ist davon auszugehen, dass die Weisstanne zukünftig eine höhere Anfälligkeit gegenüber dem Krummzähnigen Weisstannenborkenkäfer aufweisen wird. An Standorten ausserhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes der Weisstanne ist die Ausbreitung des Käfers bereits heute stressbedingt begünstigt.
Neben einem grösseren Brutsubstratangebot aufgrund der vermehrt durch Trockenheit gestressten Weisstannen wird der erwartete Temperaturanstieg dazu führen, dass der Krummzähnigen Weisstannenborkenkäfer im Frühjahr vermutlich bereits früher ausschwärmen wird und seine Flugperiode auch im Herbst verlängern kann. Da sich der Temperaturanstieg ebenfalls positiv auf die Entwicklungsgeschwindigkeit auswirken wird, ist davon auszugehen, dass in Zukunft vermehrt eine zusätzliche Käfergeneration pro Jahr angelegt werden kann. Somit wird der Befallsdruck auf die Weisstannenbestände weiter zunehmen.






