Aufgrund der sich rapide ändernden Umweltbedingungen sollten die Ertragstafeln nicht für langfristige Planungen bzw. Prognosezeiträume > 20 Jahre verwendet werden. Anwendungen über diesen Zeitraum hinaus können ggf. zu deutlichen Abweichungen zwischen den in der Ertragstafel unterstellten Standort-Leistungsbeziehungen und deren künftiger Dynamik führen.
Oberhöhenbonität und Alter: Bei der Anwendung der Ertragstafeln kann zwischen den Oberhöhenbonitäten und den Altern linear interpoliert werden. Für Angaben außerhalb der in den Ertragstafeln aufgespannten Bonitäts- und Altersrahmen sind die Möglichkeiten der linearen Extrapolation begrenzt.
Bestockungsgrad und Bestandesaufbau: Die Ertragstafeln sind für gleichaltrige, vollbestockte Reinbestände konzipiert. Je stärker die realen Bestände von dieser Referenz abweichen, desto ungenauer sind die Ertragstafelschätzungen. Bei Abweichungen vom unterstellten Bestockungsgrad B° = 1,0 (Grundflächenhaltung der gestaffelten Hochdurchforstung) sind die Zuwachskorrekturfaktoren anzuwenden, um den aus abweichenden Bestandesdichten resultierenden Mehr- bzw. Minderzuwachs zu berücksichtigen.
Mischungsform: Baumartenmischungen können zu signifikanten Mehr- bzw. Minderzuwächsen des Gesamtbestandes führen. Je intensiver die Mischungsform ist (Einzelmischung, trupp- bzw. gruppenweise Mischung), desto ungenauer sind die Ertragstafelschätzungen für die jeweiligen ideellen Anteilflächen der Mischbaumarten. Ein möglicher Vorschlag wäre die Verwendung von Zuwachskorrekturfaktoren für Baumartenmischungen bei der Anwendung von Ertragstafeln.
Für die Praxis wurden zusätzlich Bestockungsgrad-Faktoren (PDF) als Orientierungshilfe errechnet, um vom Bestockungsgrad (Ertragstafelsammlung von Schober, 1987) auf den Bestockungsgrad der neuen Ertragstafeln zu schließen.






