Entwicklung des Endtriebverbisses von 1993 bis 2022 in der Schweiz
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Wichtige Arten von zukunftsfähigen Mischwäldern werden viel lieber von den wildlebenden Huftieren verbissen als Buchen und Fichten. Der selektive Verbiss an diesen Baumarten schmälert das waldbauliche Potenzial dieser Baumarten für die Zukunft.Oft reduziert Verbiss das Höhenwachstum und damit die Konkurrenzkraft der betroffenen Arten gegenüber den häufigen Arten Fichte und Buche (vergl. Verbisseinflussinventur in Kirchberg) was…

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Entwicklung des Endtriebverbisses von 1993 bis 2022 in der Schweiz

Wichtige Arten von zukunftsfähigen Mischwäldern werden viel lieber von den wildlebenden Huftieren verbissen als Buchen und Fichten. Der selektive Verbiss an diesen Baumarten schmälert das waldbauliche Potenzial dieser Baumarten für die Zukunft.

Oft reduziert Verbiss das Höhenwachstum und damit die Konkurrenzkraft der betroffenen Arten gegenüber den häufigen Arten Fichte und Buche (vergl. Verbisseinflussinventur in Kirchberg) was die Entwicklung zu klimatisch angepassten artenreichen Mischwäldern erschwert. Hinzu kommt, dass Verbiss die Trockenheitsresistenz der Baumverjüngung reduziert und damit die Anpassungsfähigkeit der Wälder an die zukünftigen klimatischen Bedingungen belastet.

Laubbaumarten werden oft im Frühling nach dem Austrieb oder im Sommer verbissen (vergl. Wann sind die kritischen Phasen?). Unter guten Bedingungen reagieren diese Laubbaumarten noch im selben Jahr auf den Verbiss mit der Bildung neuer Triebe (vergl. Reaktion der Bäume nach Endtriebverbiss). Solche Bäumchen dürften im LFI2 als verbissen, im LFI4 und im LFI5 hingegen als unverbissen notiert worden sein. Die Trends seit 2009 zeigen nun, dass der Verbiss an Esche eher abnimmt, derjenige an Ahorn z.T. eher zunimmt. Die Frage stellt sich deshalb, ob die wildlebenden Huftiere infolge der Eschentriebwelke nun vermehrt Ahorne statt Eschen verbeissen. Die Auswertungen der flächigen Verjüngungsinventur im Kanton Freiburg (IFF) zeigen ebenfalls vermehrten Verbiss bei Ahorn im Mittelland und weniger bei Esche (Bericht dazu als PDF).

Der Verbiss in der Grossregion 5 ist von 1993/95 bis 2009 bei praktisch allen Gattungen gestiegen. Der Rothirschbestand hat in der gleichen Periode sowohl im Kanton Wallis wie auch im Tessin von rund 3000 auf 5000 Tiere zugenommen, während der Rehbestand im Tessin in der gleichen Zeitspanne gemäss der Eidgenössischen Jagdstatistik eher gesunken ist. Deshalb könnte die Ausbreitung des Rothirsches in der südlichen Schweiz der Hauptgrund für die dortige Verbisszunahme sein.

Generell ist im LFI5 der Verbiss an den Gattungen Esche, Mehlbeere und Tanne in den westlichen Regionen geringer als in den östlichen Regionen bzw. im Wallis und der Alpensüdseite. Ob dafür die Ausbreitung des Rothirsches bzw. der Grossraubtiere verantwortlich ist und/oder dies eher auf Veränderungen in den Huftier-Managementstrategien der verschiedenen Kantone zurückzuführen ist, ist Gegenstand weiterer Forschung (z.B. IMM Projekt).


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