Der großflächige Mischbestandsversuch “Ruthenbeck 210” des Forschungsprojektes Versuchskonzept 2100 eignet sich aufgrund seiner Naturraumausstattung, Bestandesstruktur und Versuchsflächenmethodik sehr gut, um zusätzlich die Rückwirkungen verschiedener Baumarten auf den Boden zu untersuchen. Es liegt kein gerichteter standörtlicher Gradient vor und so werden kleinere Unterschiede, die zu Beginn des Versuches im Oberboden bestehen, durch die räumliche Wiederholung jeder Mischungsvariante ausgeglichen.
Für die kommenden Auswertungen ist die geringe Zustandsnährkraft der Fläche im Vergleich zu anderen Braunerden MV als günstig zu bewerten. So werden je nach Baumart Bodenverbesserungen wahrscheinlicher und sie treten früher im Projektverlauf auf.
Durch die unterschiedlichen Nährstoffgehalte der Baumarten (nach Göttlein 2015 und Wittich 1943, 1961) wird erwartet, das Rotbuche und Traubeneiche zu einer nachweisbaren Bodenverbesserung führen. Das C / N – Verhältnis sollte niedriger werden und der V-Wert wie der pH-Wert sollten ansteigen. Bei der Kiefer wird erwartet, dass der Zustand des Humus und der chemischen Parameter konstant bleiben. Der Einfluss der Douglasie auf den Standort ist derzeit noch schlecht abzuschätzen, hohe Nährstoffgehalte in den Nadeln ließen auch eine Bodenverbesserung zu.
Inwieweit sich die Mischung auswirkt, ist ebenfalls schwer vorherzusagen. Analysen aus bestehenden Mischbeständen gehen für Buche-Douglasie davon aus, dass sich in Mischung vergleichbare C / N Verhältnisse wie im Buchen-Reinbestand einstellen. Bei der Kiefern-Eichen-Mischung bleibt zu vermuten, dass sich ein C / N-Verhältnis entwickelt, welches zwischen dem des Eichen- und des Kiefern-Reinbestands liegt. Es ist jedoch noch völlig unklar, bei welchem Mischungsanteil oder bei welcher Dichte es zur besseren Humusform kippt. Oder anders formuliert: Wie viel Eiche muss im Bestand sein, um einen positive Effekt auf die Kiefer und deren Humusform zu erhalten? Eine weitere Frage, die sich in dem Projekt stellt, ist, ab wann werden wir – in einem seit 1885 dominierten Nadelholzbestand – die ersten Veränderungen des Humus durch die Mischungen messen?






