Die Berchtesgadener Alpen weisen mit 19 % den höchsten Tangelhumusanteil auf. Gleichzeitig ist dort auch die größte Humusveränderung festzustellen, im Mittel – 0,3 cm pro Jahr. Das Lattengebirge, in welchem die Berchtesgadener Pegel verbaut wurden, war stark vom Sturm Kyrill betroffen. Durch diesen Sturm wurden große Teile entwaldet, wodurch der Waldboden erhöhter Sonneneinstrahlung und damit höheren Temperaturen ausgesetzt wurde. Durch die erhöhte Einstrahlung kam es zu einem verstärkten Abbau von Humus. Zwar wurden dort nicht nur Kalamitätsflächen, sondern auch Bestände mit Humuspegeln versehen, dabei handelte es sich aber um lichte, durch den Sturm geschädigte bzw. sich auflösende Bestände.
Im Mangfallgebirge wurden die Humuspegel in der Langenau verbaut, einem Gebiet, welches hauptsächlich durch ungestörten Laub- bzw. Bergmischwald geprägt ist. Der Tangelhumusanteil beträgt in diesem Alpenbereich 7 %, der Mittelwert der Humusveränderung im Beobachtungsgebiet liegt bei –0,05 cm pro Jahr.
Mit 13 % Anteil findet man im Werdenfelser Land relativ viel Tangelhumus. Über die letzten 3 Jahre wurde dort im Mittel eine jährliche Humusveränderung von –0,15 cm aufgenommen. Ähnlich verhält es sich in den Allgäuer Alpen, wo in den untersuchten Beständen ein mittlerer jährlicher Humusverlust von 0,11 cm zu beobachtet ist. Die Humusmächtigkeit nimmt also in allen betrachteten Gebieten ab, ist aber standortsabhängig.






