Das Beispiel Tessin zeigt, wie wichtig eine integrale Strategie ist. Mit dem Konzept Waldbrand 2020 hat der Kanton klare Rollen definiert und seine Feuerwehrorganisation auf Gebirgsbrände vorbereitet. Speziell ausgebildetes Forstpersonal, eine Bergfeuerwehr mit angepasster Ausrüstung sowie standardisierte Einsatzprozeduren helfen, auch in schwierigem Terrain effizient zu handeln.
Prävention (z. B. Warnungen, Verbote und gezieltes Brandgutmanagement), technische Infrastruktur (Wasserbecken, Wege), abgestimmte Taktik und Nachsorge (Erosionsschutz, Wiederaufforstung) sind gleichwertige Pfeiler des Konzepts. Auch die Schulung der Einsatzkräfte und deren Vertrautheit mit dem Feuerverhalten im Gebirge spielen eine zentrale Rolle (Abb. 9). Die Planung im Wildland-Urban Interface (WUI), also dem Übergangsbereich zwischen Siedlungen und Vegetation, wird zunehmend zur Priorität. Diese von der Forschung entwickelten Ansätze werden heute von der Praxis (kantonale Ämter oder spezialisierte Ingenieurbüros) auch für Regionen nördlich der Alpen angepasst und angewendet.






