Eine zentrale Komponente der Wasserhaushaltsmodellierung ist der Boden, dessen physikalische Eigenschaften – darunter Korngrößenzusammensetzung, Lagerungsdichte sowie Skelett- (also Stein-) und Humusgehalt – maßgeblich das Wasserhaltevermögen beeinflussen. Für unseren WaldDürreMonitor haben wir daher die genauesten Informationen verwendet, die derzeit flächendeckend und digital für Bayern zur Verfügung stehen. Diese Daten basieren auf der Übersichtsbodenkarte (1:25.000) und wurden dem Bayerischen Standortinformationssystem (BaSIS) entnommen. Die mit den Flächeninformationen verknüpften Bodenprofildaten basieren auf einer Datenbank, die Bodenaufnahmen vom Landesamt für Umwelt (LfU) sowie der LWF umfasst. Hinzu kommen Informationen zu Hangneigung, Hangausrichtung und Grundwassereinfluss, die aus der Grundwasserflurabstandskarte abgeleitet wurden.
Der Wasserhaushalt eines Waldes wird außerdem maßgeblich von der dominierenden Baumart und der Bestandesstruktur (Schichtung, Dichte, etc.) bestimmt. Um die Baumart am Standort präzise im Modell zu berücksichtigen, haben wir Fernerkundungsdaten genutzt. Dabei kamen Flächeninformationen mit 10 m Auflösung zur Baumart, Bestandeshöhe und Blattflächenindex zum Einsatz.
In der derzeitigen Konfiguration wird die gesamte Waldfläche Bayerns in etwas mehr als eine Million Einzelflächen unterteilt und für jedes dieser Polygone wird täglich ein eigener Modelllauf gerechnet (Abbildung 2). Im Gegensatz zu vergleichbaren Produkten anderer Institutionen, die die Fläche in starre Raster (Pixel) unterteilen, folgen unsere Modelleinheiten dem Gelände, so dass die Kartendarstellungen des WaldDürreMonitors näher an den geografischen Realitäten liegen.
Das Verfahren zur Herleitung von Standortseinheiten wurde im Vorläuferprojekt „Standortsfaktor Wasserhaushalt im Klimawandel“ entwickelt, mit dem Ziel eine bayernweite objektivierte Einschätzung des durchschnittlichen, langjährigen Standortwasserhaushalts zu liefern. Zudem wurden wichtige allgemeingültige Ansätze zur Parametrisierung des Modells LWF-Brook90 und der verwendeten Baumarten entwickelt, die jetzt auch beim WaldDürreMonitor angewendet wurden.






