Wildkatzen in Bayern: Nutzung von Wald und Kulturlandschaft
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Zur Erfassung des heimlichen Waldbewohners hat sich neben dem Fotofallenmonitoring die DNA-Analyse von Haarproben (Genotypisierung) bewährt, das sogenannte Lockstockmonitoring. Hierfür wurden Lockstöcke in den Landkreisen Rhön-Grabfeld, Haßberge und Schweinfurt auf 50.000 ha Fläche systematisch aufgestellt. Das Untersuchungsgebiet wurde dazu in 100 Raster mit jeweils 500 ha Größe unterteilt und in jedem Raster je drei Lockstöcke…

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Wildkatzen in Bayern: Nutzung von Wald und Kulturlandschaft

Zur Erfassung des heimlichen Waldbewohners hat sich neben dem Fotofallenmonitoring die DNA-Analyse von Haarproben (Genotypisierung) bewährt, das sogenannte Lockstockmonitoring. Hierfür wurden Lockstöcke in den Landkreisen Rhön-Grabfeld, Haßberge und Schweinfurt auf 50.000 ha Fläche systematisch aufgestellt. Das Untersuchungsgebiet wurde dazu in 100 Raster mit jeweils 500 ha Größe unterteilt und in jedem Raster je drei Lockstöcke platziert (Abb. 2). Bei der Ausbringung wurde darauf geachtet, mindestens 200 m Abstand zur nächsten Ortschaft oder Straße einzuhalten und geeignete Strukturen (z. B. Hecken, Feldgehölze, Bäche mit Ufervegetation, Brachflächen) als Stockstandort auszusuchen. Der Waldanteil im Untersuchungsgebiet betrug 44 %.

Die sägerauen Stöcke in der Dimension von Dachlatten wurden mit Baldrianessenz besprüht. Dieses pflanzliche Mittel übt – ähnlich einem Sexualpheromon – während der Fortpflanzungszeit (Ranzzeit) eine starke Anziehungskraft auf Wildkatzen aus. Wenn sich die Tiere am angerauten Holz des Lockstocks reiben, hinterlassen sie dort Haare. Die Lockstöcke wurden von Januar bis April im wöchentlichen Turnus auf vorhandene Haare kontrolliert und diese in ein Tütchen mit Silika-Gel abgesammelt. Anschließend wurden die Holzlatten mit einem Feuerzeug abgeflammt, um etwaige Haarreste zu entfernen, und der Stock erneut mit Baldrian besprüht.

Aus dem genetischen Material in den Haarwurzeln wurden im Labor mithilfe von Mikrosatellitenanalysen die Artzugehörigkeit, das Geschlecht sowie der Genotyp (Individualisierung) ermittelt. Es konnte dabei auch festgestellt werden, ob es sich bei dem Tier um eine Wildkatze, eine Hauskatze oder einen Hybrid handelte. Die Genotypen wurden dann miteinander verglichen und verschiedene Proben, die zum gleichen Individuum gehören, identifiziert.


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