Durchschnittlich 250 Mikrohabitate pro Hektar konnte Winter (2008) mit einem ähnlichen Mikrohabitatschlüssel in seinen Untersuchungen in alten Naturwaldreservaten nachweisen. In der Schweiz wurden in einzelnen Marteloskopen dagegen 458 bis 735 Mikrohabitate gefunden. Blaschke et al. (2024) konnten bei Probekreisaufnahmen in dem neu ausgewiesenen NWR “Weisssteinig” im Spessart an den Einhängen zum Main, das zuvor bereits…

Forst Shop Nord

Baum-Mikrohabitate in Naturwaldreservaten

Durchschnittlich 250 Mikrohabitate pro Hektar konnte Winter (2008) mit einem ähnlichen Mikrohabitatschlüssel in seinen Untersuchungen in alten Naturwaldreservaten nachweisen. In der Schweiz wurden in einzelnen Marteloskopen dagegen 458 bis 735 Mikrohabitate gefunden. Blaschke et al. (2024) konnten bei Probekreisaufnahmen in dem neu ausgewiesenen NWR “Weisssteinig” im Spessart an den Einhängen zum Main, das zuvor bereits viele Jahre nur extensiv bewirtschaftet wurde, 398 Mikrohabitate pro Hektar beobachten. Dominierend war hier allerdings freiliegendes Splintholz in Folge von Rotwildschälschäden. Insgesamt waren es aber auch dort 29 Typen von unterschiedlichen Mikrohabitaten, die nachgewiesen werden konnten.

Totäste und Starkastbruch, Moosbewuchs an den Stämmen sowie Stammfußhöhlen und Mulmhöhlen mit Bodenkontakt wurden in einem europäischen Projekt als die häufigsten Mikrohabitate in älteren Buchenbeständen ausgemacht. Die Studie zeigte auch, wie die Zahl der Mikrohabitate vom Baumdurchmesser abhängt. So treten an dickeren Bäumen signifikant mehr Mikrohabitate je Baum auf. Der Einfluss des Baumdurchmessers von Buchen auf die Ausbildung von verschiedenen Mikrohabitaten wie Spechthöhlen und wassergefüllten Baumhöhlen, den sogenannten Dendrotelmen, ist deshalb bei Vergleichen zwischen Gebieten zu beachten. Im Vergleich zwischen Wirtschaftswäldern und Prozessschutzflächen konnten die Autoren bei einigen Typen von Mikrohabitaten wie Faulhöhlen, Pilzbäumen und Bäumen mit Tumoren bzw. Krebsen höhere Zahlen in den Prozessschutzflächen finden. Bei anderen Mikro­habitaten, wie den Spechthöhlen, gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Nutzungsformen bei gleichen Durchmesserverhältnissen.


Weiterlesen: Baum-Mikrohabitate in Naturwaldreservaten auf https://www.waldwissen.net/de/lebensraum-wald/naturschutz/baum-mikrohabitate-in-naturwaldreservaten