Chancen für Österreichs Wälder: Nichtheimische Baumarten bieten Vorteile
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Die heimischen Eichenarten sind auch unter zukünftigen Klimabedingungen als Baumarten für unseren Raum sehr gut geeignet. Die Trauben- und Stieleiche sind Arten der kollinen und montanen Stufe, wodurch sie sich als ideale einheimische Arten für die Bewirtschaftung von Tieflandwäldern eignen. Die nicht-heimische Roteiche (Quercus rubra) kann in diesen Wäldern im Vergleich nicht als adäquate Ersatzbaumart…

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Chancen für Österreichs Wälder: Nichtheimische Baumarten bieten Vorteile

Die heimischen Eichenarten sind auch unter zukünftigen Klimabedingungen als Baumarten für unseren Raum sehr gut geeignet. Die Trauben- und Stieleiche sind Arten der kollinen und montanen Stufe, wodurch sie sich als ideale einheimische Arten für die Bewirtschaftung von Tieflandwäldern eignen. Die nicht-heimische Roteiche (Quercus rubra) kann in diesen Wäldern im Vergleich nicht als adäquate Ersatzbaumart betrachtet werden, da sie eine geringere Klimatoleranz aufweist und potenzielle Schwierigkeiten bei der Bestandshaltung mit sich bringen könnte.

Um eine ausgewogene Baumartenmischung zu erreichen, ist es empfehlenswert, in Tieflandwäldern neben den heimischen Eichen auch andere Baumarten anzubauen. Zu den bevorzugten Baumarten für die Beimischung zu Eichenwäldern zählt die heimische Hainbuche (Carpinus betulus). In Anbetracht der zu erwartenden Verringerung des geeigneten Verbreitungsgebiets für die Hainbuche erscheint eine Realisierung dieser Kombination in Zukunft jedoch zunehmend unwahrscheinlich. Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Baumarten wie die Waldkiefer und die Monterey-Kiefer (Pinus radiata) als Mischbaumarten für Eichenwälder in Betracht kommen könnten.

Die Resultate lassen den Schluss zu, dass der Anteil der Robinie (Robinia pseudoacacia) in beiden Klimaszenarien abnehmen wird. Es besteht die Möglichkeit, dass dieser Rückgang auf die verwendeten Modelle zurückzuführen ist, da die Untersuchungsgebiete lediglich Waldflächen und keine offenen Flächen umfassen. Aufgrund ihrer guten Anpassung an Trockenheit wird aber erwartet, dass die Robinie in Österreich besser gedeihen wird, insbesondere im Offenland, wo sie eine hohe Konkurrenzkraft aufweist und als invasiv eingestuft wird.

Eine Pflanzung von Riesen-Lebensbaum, Küstenkiefer, Roteiche und Rot-Esche ist sowohl aufgrund der Ergebnisse der Modellierungen als auch unter Berücksichtigung potenzieller Invasionsrisiken nicht zu empfehlen. Diese Arten sind angesichts des Klimawandels als zukünftige Baumarten für den alpinen Süden, die kontinentale oder die pannonische Zone nicht geeignet. Eine forstwirtschaftliche Nutzung kann für die nicht-heimischen Arten Douglasie, Küstentanne, Monterey-Kiefer und Schwarznuss in Betracht gezogen werden. Beim Anbau dieser Baumarten ist jedoch eine Reihe von Bewirtschaftungsmaßnahmen zu beachten. Beispielsweise wird empfohlen, nicht-heimische Baumarten lediglich in Mischung mit einheimischen Arten anzubauen.

Allgemein gilt, dass neben ihrem Potenzial, Ökosystemleistungen in Wirtschaftswäldern zu erbringen, nicht-heimische Baumarten mit diversen Risiken assoziiert werden können. Des Weiteren kann die Möglichkeit einer invasiven Ausbreitung, einer Verdrängung von Standortseigenschaften (z.B Nitrifikation durch Robinie)  sowie einer Schädigung der biologischen Vielfalt und der damit verbundenen Ökosystemleistungen bestehen. Daher wird empfohlen vor dem Anbau einer nicht-heimischen Art eine standortspezifische Risikobewertung durchzuführen. 


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